David Wedenig
Neben etwa 1,5 Hektar landwirtschaftlicher Eigenfläche bewirtschaftet er gemeinsam mit seiner Partnerin Elisa und manchen „helping hands“ noch etwa 3 Hektar Nachbarsflächen, hinzu kommen rund 3,5 Hektar naturnaher Mischwald.
Bei der Bewirtschaftung helfen die Tiere: 9 Krainer Steinschafe mit ihren Lämmern und eine kleine Bockherde leben ganzjährig im Freien, beweiden die Flächen naturschonend und fördern so die Biodiversität. Ohne Futterzukauf und ohne intensive Flächennutzung, aber arbeitsintensiv und mit viel Gespür für Tiere und Natur, setzen die beiden darauf, Flächen vor der Nutzungsaufgabe zu bewahren. Durch gezieltes Weidemanagement entstehen Lebensräume, die Boden, Insekten und Pflanzen gleichermaßen fördern.
Ergänzt wird die Bewirtschaftung durch an Permakultur angelehnte Gemüseselbstversorgung und Obstbäume. Dazwischen finden sich Nischen der Biodiversität – Randbereiche, Trockensteinmauern und andere Landschaftsstrukturen. Die Hanglage schafft wärmebegünstigte Stellen, in denen die Natur besonders vielfältig gedeiht. Außerdem betreiben sie einen kleinen Weinbau, bewusst pestizidfrei und auf PIWI-Sorten ausgerichtet. Auf dem Hof finden sich so zahlreiche Wildtiere: Insekten, Vögel, Uhus, Nattern, Gottesanbeterinnen – sogar der Steirische Fanghaft wurde schon beobachtet. Auch bei den Streuobstwiesen der Nachbarschaft werden verborgene Ressourcen genutzt – vor allem aus den oft unterschätzten Mostbirnen wird am Hof „vulgo Kopeinig“ in Handarbeit Most, milder Birnensaft und feiner Essig hergestellt.
David ist Quereinsteiger: Aufgewachsen in einer Gärtnerei, studierte er Ökologie und Musik, sammelte Auslandserfahrung, arbeitete als Gutachter und in der Kartierung. Die eigene Selbstbewirtschaftung rundet seine Lebensgeschichte ab. Heute führt er den Betrieb im Nebenerwerb, betreibt Gästezimmer und plant Veranstaltungen mit Musik und Wein, um Natur, Landwirtschaft und Gemeinschaft erlebbar zu machen. Parallel dazu ist er in Wissenschaft und Lehre tätig.


