Doris Stirmayr

Oberösterreich

Doris Stirmayr bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Mann Josef einen Bio-Vollerwerbsbetrieb in Gramastetten im oberösterreichischen Mühlviertel. Zum Betrieb gehören rund 17 ha Grünland als Naturschutzfläche, darunter eine Streuobstwiese mit ca. 100 Obstbäumen. Weiters 13 ha Ackerfläche sowie 23 ha Wald.


Einsatz für die Biodiversität:

Seit 2008 wird der Betrieb viehlos geführt. Damit stellte sich die zentrale Frage: Wie lassen sich betriebliche Kreisläufe ohne Tierhaltung schließen und wie können die vorhandenen Grünlandflächen sinnvoll genutzt werden? Die Antwort fand die Familie im Transfermulch-Verfahren. Der Aufwuchs der Wiesen wird als Mulch auf die Ackerflächen ausgebracht. Ziel ist es, einen gesunden, tragfähigen und wasserspeichernden Boden aufzubauen und den Humusgehalt nachhaltig zu steigern. Den Anstoß gab die praktische Erfahrung im eigenen Garten, wo regelmäßiges Mulchen die Bodenstruktur deutlich verbesserte. In Zusammenarbeit mit der Bio Forschung Österreich wurde schließlich auch die Düngewirkung berechnet und bestätigt. Heute ist das Verfahren fixer Bestandteil der Bewirtschaftungsweise.

Am Acker setzt die Familie zudem auf eine vielfältige Fruchtfolge: Nach drei Jahren Luzerne und Klee folgen Triticale, Hanf, Ackerbohnen, Wintergerste und schließlich Sonnenblume. Zwischenfrüchte sichern zusätzlich die Bodenfruchtbarkeit. Das Grünland wird extensiv und maximal zweimal jährlich gemäht, abgestimmt auf Naturschutzauflagen und den Erhalt wertvoller Lebensräume für Schmetterlinge, Insekten und Vögel.

Auch im Wald werden Ökologie und Ökonomie verbunden. Naturverjüngung und umsichtiges Management haben den Wald zu einem weiteren wichtigen Standbein des Betriebs entwickelt. Am Bio-Hof Stirmayr sieht man, wie sich Naturschutz, Ackerbau und Bodenfruchtbarkeit auf einem viehlosen Betrieb miteinander verbinden lassen.