Irene Lüdemann
Auf den Ackerflächen wachsen alte, an die Region angepasste Getreidesorten wie Ostro-Dinkel, Berglandroggen oder Nackthafer, ergänzt durch Kulturen wie Leinsamen oder Erdäpfel. Mit dieser Vielfalt fördert Irene Lüdemann robuste Pflanzenbestände und schafft gleichzeitig Lebensräume für zahlreiche Insekten und Wildtiere. Am Betrieb wird pfluglos gearbeitet, Bodenbearbeitung erfolgt – wenn überhaupt – nur mit Ackerfräse und Leichtgrubber. Seit 2018 setzt Irene Lüdemann vermehrt auf Untersaaten und Zwischenfrüchte, damit die Böden ganzjährig bedeckt sind. Dadurch wird Humus aufgebaut und das Bodenleben gestärkt.
Vielfalt findet man auch rund um die Ackerflächen: Auf sieben der acht Feldstücke hat Irene Lüdemann Agroforststreifen angelegt, bestehend aus Rosskastanie, Vogelkirsche, Eberesche und Birke sowie Obstfrucht-Gehölze. Ergänzt werden die Agroforstsysteme mit insgesamt 800 Laufmetern zweier Mehrnutzenhecken, bestehend aus 25 verschiedenen Baum- und Strauchsorten. Erdkröten, Eidechsen, Rebhühner – sie alle nehmen diese Rückzugsmöglichkeiten dankend an.
Ackerraine werden stehen gelassen, Trockensteinmauer angelegt, der Wald in Richtung Plentarwald umgestaltet – das Motto des Betriebs „Der Natur mehr Raum geben“ wird von Irene Lüdemann und ihrem Mann tatkräftig umgesetzt. Und das ist nicht nur gut für die Natur: Lebendiger, gut verwurzelter Boden wirkt bei Starkregenereignissen der Bodenerosion entgegen, an die Region angepasste Getreidesorten sind weniger anfällig für Krankheiten und Agroforststreifen können für die Ackerkulturen als Windschutz und Schattenspender fungieren.


