Josef Liebmann-Holzmann

Steiermark

Josef Liebmann-Holzmann hat seinen Betrieb in der Oststeiermark zu einem „Biosphärenhof“ entwickelt, auf dem er Lebensräume gestaltet und zeigt, welche Ökosystemleistungen Landwirtschaft erbringt.


Einsatz für die Biodiversität:

Der Hof umfasst heute rund drei Hektar und dient als Experimentier- und Lernort. Früher bewirtschaftete Liebmann-Holzmann rund 50 Hektar mit bis zu 300 Mutterschafen. Da sich diese Form der Landwirtschaft wirtschaftlich nicht tragen ließ, verkleinerte er den Betrieb grundlegend und richtete ihn neu aus. Heute steht die Förderung von Biodiversität und natürlichen Kreisläufen im Mittelpunkt.

Auf den Flächen entstehen vielfältige Lebensräume mit Lichtteichen, Hecken, Strauchpflanzungen und Totholzstrukturen. Durch gezielte Erdbewegungen für Wall- und Grabenstrukturen wird Wasser in der Landschaft gehalten. Zehn Mutterschafe werden als „Landschaftsgestalter“ eingesetzt: Ihr Huftritt durchlüftet den Boden, fördert das Bodenleben und unterstützt eine mosaikartige Vegetationsstruktur. Dadurch entwickeln sich artenreiche Wiesen mit Pflanzen wie Skabiosen, Leinkraut, Kartäusernelken oder Wilder Möhre. Auch Amphibien und Ringelnattern finden in den angelegten Gewässern Lebensraum. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vermehrung heimischer Wildblumen. In Saatbeeten und Versuchsflächen zieht Liebmann-Holzmann regionale Arten heran und entwickelt mehrjährige Samenmischungen für artenreiche Wiesen.

Neben der praktischen Arbeit versteht er seinen Hof als Ort der Vermittlung: In Führungen, Vorträgen und Projekten beschäftigt er sich mit der Frage, wie landwirtschaftliche Betriebe künftig stärker für ihre Leistungen für Boden, Wasser und Biodiversität anerkannt werden können.