Regina Mittmannsgruber
Regina bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Mann Hubert und Sohn Matthias den Biohof Mittmannsgruber in St. Leonhard bei Freistadt im Mühlviertel. Herzstück des Hofes sind rund 110 Ziegen, Gemsfärbige Gebirgsziegen und Steirische Scheckenziegen – zwei gefährdete Rassen, deren Erhalt der Familie ein besonderes Anliegen ist und auch im Herdebuch gezüchtet werden. Ergänzt wird der Tierbestand durch etwa 35 Schafe – Merino-Landschafe, Waldschafe sowie Kreuzungen mit Jura-, Texel- und Coburger Fuchsschaf. Auch Hühner, Border Collies, Bienen und drei Pferde gehören zum Hof. Wichtigstes Produkt ist die Ziegenmilch, welche direkt am Betrieb zu hochwertigem und mehrfach ausgezeichnetem Ziegenkäse verarbeitet und ab Hof sowie am Freistädter Bauernmarkt vermarktet wird.
Was den Biohof Mittmannsgruber besonders macht, ist seine kleinstrukturierte und vielfältige Landschaft. Die Flächen sind überschaubar und mit Hecken, Böschungen und alten und neu gepflanzten Obstbäumen durchzogen. Große Maschinen haben hier keinen Platz – dafür bleibt Raum für Biodiversität. Extensive Beweidung, späte Mähtermine und bewusst stehen gelassene Wiesenbereiche schaffen wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Rückzugsorte für Insekten und andere Tiere. Nicht jede Fläche wird gleich intensiv genutzt – Vielfalt entsteht auch durch unterschiedliche Bewirtschaftungsintensitäten.
Auch im Wald setzt die Familie konsequent auf Vielfalt. Mischwaldstrukturen und Totholz bieten Spechten, Dachsen und zahlreichen weiteren Arten Lebensraum. Regina beobachtet mit großer Leidenschaft, was auf ihren Flächen wächst und lebt. Grauspecht, Schwarzstorch und Rotmilan wurden ebenso gesichtet wie verschiedene Meisenarten, Bläulinge, Dickkopffalter und Grünwidderchen. Auf so mancher extensiven Wiesen gedeihen sogar Orchideen und Arnika. Sie lehrt, sie fotografiert und schrieb ein Buch darüber, warum Biodiversität und Landwirtschaft gemeinsam gedacht werden muss.


