Bauernhof-Spaziergang bei Birgit Braunstein

28.6.2025, 10:30 bis 14:00 Uhr:

Weinwandern zu den Kraftplätzen des Leithaberges

Am Familienweingut Braunstein, Hauptgasse 16, 7083 Purbach

Natur atmen, Kraft tanken & Freude leben. Entdecke die biodynamischen Weine und Weingärten des Leithabergs mit Winzerin und Biodiversitätsbotschafterin Birgit Braunstein.

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Der Bauernhofspaziergang startete am historischen Langstreckhof der Familie Braunstein, wo Birgit Braunstein die Geschichte ihres 400 Jahre alten Bauernhofs erzählte. Früher war er ein Mischbetrieb, dann gab es eine Generation lang nur konventionellen Weinbau. “Für die Generation meiner Eltern lag der Fokus auf Weinbau, was dem internationalen Ruf des österreichischen Weins sehr gut getan hat. Allerdings ist durch die Spezialisierung Vielfalt verloren gegangen. Für mich war also klar, wenn ich übernehme, dann nur Bio”, erzählt Birgit Braunstein. 

Anschließend ging es auf die höchste Lage des Weingutes – zum Goldberg. Mit atemberaubender Aussicht über die Weingärten rund um Purbach bis hinunter zum Neusiedlersee ist dieser Weingarten etwas ganz besonderes. Der Goldberg ist teil des Leithagebirges und gehört zu den letzten Ausläufer der Alpen. Das Grundgestein der Alpen ist Schiefer, der auch am Goldberg dem Wein seine Würze verleiht. Es ist ein Kraftplatz: Eine alte Eiche bringt in ihrem Wuchs die Gegensätzlichkeit des Seins zum Ausdruck. Zwei Äste sind nach kurzer Strecke wieder zusammengewachsen und sind ein Sinnbild für männlich und weiblich.

Zwischen den Rebzeilen sät Birgit eine vielfältige Begrünungsmischung aus, die sie zeitlich versetzt mäht. Diese blütenreichen Wiesenstreifen zusammen mit den umliegenden Wäldern und Extensivwiesen bilden einen artenreicher Lebensraum für zahlreiche Insekten wie Heuschrecken und Schmetterlinge. Auch der Wiedehopf fühlt sich hier wohl, für ihn hat Birgit einen Wiedehopf Nistkaten aufgestellt. Beim Gang durch die Rebzeilen konnten die Teilnehmer*innen spüren, wie sich das Kleinklima aufgrund der Begrünung schlagartig ändert: es war spürbar kühler als außerhalb des Weingartens. 

Danach begaben sich die Teilnehmer*innen ein Stück den Berg hinunter. Ungefähr auf halber Höhe des Leithaberges befindet sich eine weitere Lage des Betriebs Braunstein, diesmal auf Kalkstein, genauer gesagt auf Muschelkalk. Das Urmeer hat Muschelkalk in einer Höhe von bis zu 20 Meter aufgetürmt, was dem hier gewonnenen Wein ein einzigartiges Aroma verleiht. Hier erklärte Birgit, dass sie einen sogenannten sanften Rebschnitt macht, das heißt, sie versucht, die Reben so wenig wie möglich zu verwunden, um sie vital und langlebig zu halten. Sie setzt auch auf reduzierte Düngung und auf eine ausgewogenes Nährstoffversorgung der Reben. Bei der Wanderung ein Stück hinauf innerhalb der Weinzeilen konnten die TeilnehmerInnen viele Kräuter zwischen den Rebzeilen sehen. Dementsprechend fühlen sich auch viele Insekten und andere Kleinstlebewesen hier wohl.

Rund um einen kleinen Tisch inmitten der Weingärten konnten die Teilnehmer*innen anschließend einige der Weine vom Familienweingut Braunstein verkosten. Der sorgsame Umgang mit Boden und Reben spiegelt sich in den feinen, natürlichen und ausgewogenen Aromen der Weine wider. Es war ein rundum schönes und eindrucksvolles Weinwandern durch die Rebzeilen des Weingut Braunstein am Leithaberg, bei dem der biodynamische Weinbau mit allen Sinnen erfahren werden konnte.